VIPs und Lamberti

Johann Friedrich Starck

* 10. Oktober 1680 in Hildesheim; † 17. Juli 1756 in Frankfurt

Er war das, was man heute einen "Bestsellerautor" nennen würde. Ein "Anselm Grün" des 18.Jahrhunderts.  Johann Friedrich Starck, lutherischer Pfarrer in Frankfurt am Main, schrieb ein deutschsprachiges Gebetbuch, das "das" evangelische Gebetbuch überhaupt wurde. 1728  veröffentlichte er „Tägliches Handbuch in guten und bösen Tagen", ein Buch das mehr als 60 Auflagen hatte. Mehr als 900 Lieder schrieb er, viele davon fanden sich bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts in evangelischen Gesangbüchern.

Weitere Informationen: http://www.elk-wue.de/glauben/gedenktage/gedenktage-2006/johann-starck/

Johann Friedrich Starck wurde in der St.Lambertikirche getauft. Der Taufeintrag findet sich im Kirchbuch 1680 unter No 17. Im Internet können Sie ein Exemplar seines Andachtsbuches einsehen. Im Vorwort findet sich eine Lebensbeschreibung, auf S.7f ein Abschnitt über seine Hildesheimer Zeit. Sie können über einen Klick hier die Verbindung zu dieser Internetseite herstellen.

 
Gertrud von le Fort

(Bild:mit freundl. Genehmigung des DLA Marbach)

Freiin Gertrud Auguste Lina Elsbeth Mathilde Petrea von le Fort (* 11. Oktober 1876 in Minden; † 1. November 1971 in Oberstdorf) war eine bedeutende Schriftstellerin. Ursprünglich evangelisch, konvertierte sie 1926 zur röm.kathol.Kirche. Hermann Hesse hat sie 1949 für den Literatur Nobelpreis vorgeschlagen.
Gertrud von le Fort wurde am 9.April 1893 in der St.Lambertikirche konfirmiert. (Das  o.a. Bildnis wurde immer der Debütantinnenzeit in Ludwigslust zugerechnet. Dr.Horst Renz hat schlüssig nachgewiesen, dass es sich um das Hildesheimer Konfirmationsbildnis handelt.)
Hans Maier schreibt:
Erzieherisch herrscht im Haus der le Forts eine warme und weitherzige Frömmigkeit. Die Mutter liest die Bibel und die Losungen der Brüdergemeine – und bei den täglichen Morgenandachten mit den Kindern bringt sie Lieder aus dem »Liederschatz«, einer Sammlung evangelischer Kirchengesänge, zu Gehör. Sie folgt in ihren Lesungen dem Kirchenjahr, das sich auf diese Weise den Kindern einprägt. Sie liebt die Lieder Paul Gerhardts. Der Vater ist gleichfalls großzügig, weit entfernt von allem engen Konfessionalismus…….
In Hildesheim wird Gertrud am 9. April 1893 in der Lambertikirche konfirmiert. Und im alten Dom, den sie oft besucht, ziehen, wie sie später schreibt, »die Geister des ersten Reiches, das man das Heilige Römische nennt, an mir vorüber, um mich nie mehr zu verlassen«.

 

Bischof Martin Kruse

(Bild: EKD)

* 21. April 1929 in Lauenberg, heute Ortsteil der Stadt Dassel/Niedersachsen ist ein lutherischer Theologe und ehemaliger Bischof. Von 1977 bis 1994 war er Bischof der Evangelischen Kirche von Berlin-Brandenburg, bis 1991 in der West-Region, danach für die gesamte Landeskirche. Außerdem war er von 1985 bis 1991 Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland.Seit 1994 lebt Kruse im Ruhestand in Berlin. Martin Kruse schreibt über seine Ferienerlebnisse mit seinen Großeltern in St.Lamberti:

"Auch zu meiner persönlichen Lebens- und Glaubensgeschichte gehört die St.Lamberti-Kirche in Hildesheim. Meine Mutter ist dort konfirmiert. Meine Eltern sind dort am 27. Februar 1927 getraut worden. Mein Großvater Rudolf Oppermann in der Annenstrasse 32, war Kirchenvorsteher an St.Lamberti. Hildesheim- das war für uns Kinder in den Ferien die große Welt. Sonntags nahmen uns unsere Großeltern mit zum Gottesdienst nach St.Lamberti. Das ist ein kleines Zeichen für den unseren menschlichen Augen weithin verborgenen Segensstrom der Kirche."